Heiko De Groot: Endlich Wild!

15. Dezember 2007 – 22. Dezember 2007

Vernissage:

Die Ringelnatter schlängelt auf die Kamera zu und öffnet ihr Maul, aus dem ein Fisch herausschaut. Üblicherweise verschlingt jedes Tier seine Beute mit dem Kopf zuerst. Die Schlange reißt ihren Kiefer daher weit auf, um den Fisch mit dem Schwanz voran trotzdem zu schlucken. Ein seltener Moment auf Foto gebannt und auf überlebensgroßer Leinwand präsentiert. Diese verunglückte Mahlzeit ist eine Aufnahme einer Reihe besonderer Naturfotografien des Tierfilmautors Heiko De Groot, die bei KunstLeben vom 15. bis 22. Dezember präsentiert werden. Der 1973 geborene Fotograf zeigt intime Momente des Tierlebens: ein Blesshuhn, das seine Jungen auf dem Nest bemuttert; ein rotbraunes Moorfroschweibchen in der Umarmung seines blauen Männchens; einen Steinwälzer, der tropfenschleudernd eine Muschel aus dem Sandstrand fördert. Es sind Wildtiere, die den Fotografen in ihrer Nähe duldeten oder nicht einmal bemerkten. Ungestört zeigen sie ihr natürliches Verhalten. Doch die Bilder Heiko De Groots sind nicht nur Abbild der Natur. Es gelingt ihm, die grafische Form der Tiere zu betonen, die lebenden Objekte in plastisch wirkende Ikonen zu verwandeln, die repräsentativ für ihre Spezies stehen. Das Extrem dieser Verwandlung zeigt der Fotograf in einigen wenigen, verfremdeten Arbeiten, in denen die Tiere auf ihre Konturen reduziert erscheinen.
Als Autor von ARD-Fernsehserien wie „Wolf, Bär & Co.“ und „Weiches Fell und scharfe Krallen“ erzählt der Hamburger mit bewegten Bildern Geschichten. In seinen Fotografien setzt er dies auf andere Weise fort. Zuletzt drehte er für ARTE in Florida über das konfliktreiche Zusammenleben von Menschen und Alligatoren. Den Film „Alligatorjagd in Florida“ zeigt ARTE am 15. Dezember um 21:35 Uhr. Auch von dieser Reise hat der Fotograf traumhafte Aufnahmen mitgebracht.



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